Björn Walz, Naturgefahrenexperte, Geograf und Meteorologe, hielt anschließend, für den am frühen Abend erkranken Professor Holler aus München, einen Vortrag über den „Klimawandel und dessen Folgen lokal und global gesehen“ und welche Herausforderungen für uns alle damit verbunden sind.

Klimawandel und Erneuerbare Energien, 06.03.2020
v. r. Christian Bauer, Simon Rothmoser, Björn Walz, Anja Walz

Der Referent hat die wissenschaftlichen Erkenntnisse der klimatischen Entwicklung der letzten 800.000 Jahre, basierend auf der faktischen Datenlage, sachlich dargestellt. Die immensen Schäden, die bereits durch den Klimawandel global entstanden sind und uns in Zukunft weiter beschäftigen werden, wurden beschrieben.

In vielen Regionen der Erde nimmt mit der Erwärmung auch die Waldbrandgefahr zu – in immer kürzeren Zeiträumen brennen immer größere Flächen ab. Zuletzt waren Australien, Kalifornien, Alaska und Sibirien besonders stark betroffen, aber auch in der Mittelmeerregion, Skandinavien und Deutschland treten immer häufiger große Brände auf. Das Auftauen der Permafrostböden (25 Prozent der Landfläche der nördlichen Hemisphäre), gibt ebenfalls Anlass zu großer Sorge. In Russland muss der Permafrostboden von Erdgasförderanlagen gekühlt werden, damit die Anlagen nicht im Morast versinken. Städte, die auf Permafrostböden gebaut wurden, wird man aufgeben müssen. Gleiches trifft küstennahe Städte, wenn der Meeresspiegel in dem Maße weiter ansteigt wie aktuell. Millionen von Menschen müssten dann wegen des Landverlustes umgesiedelt werden. Die Versauerung der Meere und das Absterben der Korallenriffe sind nicht mehr aufzuhalten. Die Artenvielfalt zu Luft, zu Wasser und an Land ist stark gefährdet.

Was müssen wir tun, um die Klimaerwärmung nicht noch weiter zu befeuern und wo liegt der dringende Handlungsbedarf für Politik, Industrie und Bevölkerung? Es ist unbestritten, wir müssen uns an die neuen klimatischen Bedingungen anpassen und ernsthaft gegensteuern – nur so können wir das Schlimmste noch verhindern. Das betrifft alle Bereiche: Private Lebensgestaltung und Konsumverhalten aber z.B. auch die Land- und Forstwirtschaft. Vorläufig hätte die Klimaerwärmung aber auch eine gute Seite, so der Referent, sie eröffnet die Möglichkeit, Wein in unserer Region anzubauen. Ein Werbeslogan steht auch schon bereit: „Chardonnay aus EBE“.

Natürlich gibt es noch Hoffnung, dem derzeitigen Trend begegnen zu können. Der globale Temperaturanstieg muss im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf maximal 2 Grad begrenzt werden (dazu hat sich Deutschland vor 5 Jahren beim Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet). Wir müssen die Bereiche Mobilität, Wärmebereitstellung und Konsumverbrauch neu denken. Der technische Fortschritt ist ausgesprochen groß und die Industrie wird in Zukunft sicher ihre geschäftlichen Aktivitäten im Bereich Klimaschutz erweitern.

Die AKU-Kreisvorsitzende Anja Walz sprach noch die Chancen an, dass der Landkreis „Modellregion zum Einsatz von grünem Wasserstoff“ geworden ist. Die dazu benötigten Voraussetzungen werden vom Bund mit 20 Millionen Euro gefördert. Um grünen Wasserstoff einsetzen zu können, ist in Zukunft auch der Zubau von Erneuerbaren Energien nötig.

In der anschließenden Diskussion mit den Gästen wurde angeregt, dass für den Klimaschutz auch die politischen Vorgaben dringend Anpassungen benötigen, sei es bei der Einspeisevergütung alter PV-Anlagen oder Biogasanlagen, dem 52 GW (Giga Watt) Deckel für Photovoltaik oder der Doppelbesteuerung bei der Herstellung alternativer Treibstoffe oder der Wärmebereitstellung.

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